
8 Trends, die die Pflege 2026 verändern
2026 ist kein Jahr der Experimente mehr. Digitalisierung und KI sind in der Pflege längst keine Pilotprojekte – sie werden zur betrieblichen Voraussetzung. Welche Entwicklungen Entscheider:innen jetzt kennen müssen, zeigt unser Report „Top Digitalisierungs- und KI-Trends 2026 in der Pflege" – entstanden mit Einschätzungen von Branchenexpert:innen, Pflegekräften und Führungskräften aus der Praxis.

Hier die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick.
1. Telematikinfrastruktur: Pflicht wird Praxis
Seit Juli 2025 ist die TI-Anbindung für Pflegeeinrichtungen gesetzlich verpflichtend. Ab Dezember 2026 müssen Abrechnungsdaten ausschließlich elektronisch über KIM übermittelt werden. Trotzdem waren im September 2025 rund 70 Prozent der Einrichtungen noch nicht angeschlossen.
Das eigentliche Problem liegt nicht im Anschluss selbst, sondern in der Verarbeitung: Erst wenn eingehende Informationen automatisch strukturiert, zugeordnet und in Pflegeprozesse übersetzt werden, entsteht echte Entlastung. Genau hier kommt KI ins Spiel.
„Ich sehe in der TI großes Potenzial – sie standardisiert die Kommunikation im Gesundheitswesen. Nicht ‚noch ein Portal', nicht ‚noch ein Dokument', sondern tief in die Fachanwendungen integriert und genau dort verfügbar, wo Informationen entstehen und gebraucht werden: am Point of Care."— Marc Urban, Leiter IT und Prokurist, Senioren-Park Carpe Diem
„Die Telematikinfrastruktur sollte in der Pflege weniger als Pflicht, sondern als Chance gesehen werden – vor allem für übergreifende Kommunikation, vollelektronische Abrechnungen und Zugang zu aktuellen digitalen Informationen."— Sandra Stange, Referentin der Stabsstelle Digitalisierung, bpa e.V.
2. KI-Dokumentation: Kein Experiment mehr, sondern Standard
Pflegekräfte verbringen rund 30 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Dokumentation. Eine unabhängige Charité-Studie belegt: KI-gestützte Sprachdokumentation senkt diese Zeit pro Schicht um 27 Prozent – bei gleichzeitig steigender Mitarbeiterzufriedenheit.
In über 1.500 Einrichtungen gehört der KI-Assistent von voize heute zum Alltag und entlastet mehr als 100.000 Mitarbeitende. Wer 2026 noch „nachdenkt", hat den Standard bereits verpasst.
„Wir wollen nicht nur Daten sammeln bei der Pflegedokumentation, sondern sie für uns arbeiten lassen – mit Automatisierungen der Dinge, die Zeit fressen. Erkenntnisse gewinnen und daraus automatisch nächste Schritte ableiten."— Marc Urban, Senioren-Park Carpe Diem
„In der stationären Altenhilfe nimmt die Komplexität der Krankheitsbilder zu und gleichzeitig die Verweildauer ab. Hier hilft uns voize enorm mit der Möglichkeit, Aufnahmegespräche live mitzuschneiden."— Renate Zeisberger, Qualitätsbeauftragte, Vitanas
„Voice-to-Text-KI revolutioniert die Pflegedokumentation. Pflegefachpersonen werden relevante Informationen direkt während der Versorgung sprachbasiert dokumentieren können, ohne Zeitverlust und ohne die bisherigen Medienbrüche."— Sascha Saßen, Geschäftsführer, hesena Gruppe
3. Robotik: Pragmatisch statt visionär
2025 hat gezeigt, wie unterschiedlich schnell sich Robotik entwickelt – und was davon im Pflegealltag wirklich ankommt. Den größten Entlastungseffekt liefert weiterhin Service-Robotik für klar abgrenzbare Aufgaben wie Transport und Logistik. Humanoide Vollpflege-Roboter bleiben ein Thema für 2030+.
„Der Nutzen von Innovationen in der Pflege bemisst sich daran, ob sie die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen erhöhen oder Mitarbeitende im Alltag unterstützen. Für 2026 wird entscheidend sein, ob soziale Robotik den Schritt zu deutlich mehr Autonomie schafft – nur dann wird sie auch Mitarbeitende spürbar entlasten."— Dr. Judith Schoch, Leitung Institut für Innovation, Pflege und Alter, Evangelische Heimstiftung
4. Lernen im Arbeitsfluss statt Schulungstage
Schichtsysteme und Personalmangel machen klassische Schulungstage zunehmend unrealistisch. E-Learning und Microlearning haben sich als Standard etabliert. 2026 geht es einen Schritt weiter: KI macht Wissen situativ abrufbar – genau dann, wenn im Pflegealltag Unsicherheit entsteht. Lernen findet nicht mehr vor oder nach der Schicht statt, sondern integriert sich direkt in den Arbeitsfluss.
5. Internationale Pflegekräfte: Sprachbarrieren abbauen
100 Prozent des Beschäftigungswachstums in der Pflege wird seit 2022 durch ausländische Fachkräfte getragen. Laut Pflegekräftevorausberechnung des Statistischen Bundesamts werden bis 2049 bis zu 690.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Für viele scheitert die Integration nicht am Können, sondern an der Dokumentation – komplexe Fachsprache unter Zeitdruck.
Die Diakonie Stiftung Salem berichtet von 15 Prozent geringerer Fluktuation seit der Einführung von voize. Das Diakoniewerk Österreich dokumentiert den Pflege- und Betreuungsprozess vollständig sprachgestützt: „Perfektes Deutsch ist dafür keine Voraussetzung."
„Künstliche Intelligenz bindet Pflegekräfte nicht – aber sie verschafft ihnen mehr Zeit für das, was Pflege ausmacht."— Rainer Giesecke, Abteilungsleiter, Malteser Hilfsdienst gGmbH
„Nur durch operative Entlastung dank fortgeschrittener Digitalisierung in Kombination mit der nachhaltigen Gewinnung internationaler Talente kann die Versorgungsqualität erhalten werden."— Christian Alexander Sassin, Geschäftsführer, educaro Deutschland GmbH
6. EU AI Act: Compliance wird Kaufkriterium
Seit August 2024 gilt der EU AI Act. 2026 greift er konkret. Für Pflegeeinrichtungen bedeutet das: Nicht die technisch beeindruckendste KI setzt sich durch, sondern diejenige, die sicher betrieben, nachvollziehbar erklärt und im Zweifel geprüft werden kann. voize wurde durch Althammer & Kill als KI-Anwendung mit begrenztem Risiko eingestuft – weil alle Einträge von Pflegekräften geprüft und aktiv gespeichert werden. Fachliche Verantwortung bleibt beim Menschen.
„Für eine gelingende Digitalisierung braucht es: Innovationen wie voize, echten Nutzen und nachgewiesene Wirksamkeit sowie den verantwortungsvollen Einsatz neuer Technologien unter Beachtung der rechtlichen Vorgaben."— Thomas Althammer, Geschäftsführer, Althammer & Kill GmbH & Co. KG
7. Refinanzierung: Das entscheidende Jahr
Digitalisierung scheitert in der Pflege nicht an der Technologie, sondern an der Finanzierung. 2026 bringen Zukunftspakt Pflege und das geplante Entbürokratisierungsgesetz neue Spielräume. Der entscheidende Hebel: KI nicht als Kostenpunkt behandeln, sondern als nachweisbare Entlastung verhandeln. voize-Kund:innen haben bereits 100 Prozent Refinanzierung auf unterschiedlichen Wegen erreicht.
„Die Frage ist nicht, wer für KI zahlt. Die Frage ist, wer die Rechnung zahlt, wenn wir sie nicht einsetzen."— Fabio Schmidberger, Co-founder & CEO, voize
„Solange Digitalisierung ein reiner Kostentreiber bleibt und die Zeit-, Qualitäts- und Entlastungseffekte bei der Personalbemessung nicht berücksichtigt werden, wird die digitale Transformation in der Pflege ausbleiben."— Eva Lettenmeier, Leiterin Geschäftsbereich Pflegewirtschaft
8. Was Pflegekräfte 2026 wirklich erwarten
Bis 2034 fehlen laut Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit über 90.000 Pflegekräfte. Der Arbeitsmarkt hat sich dauerhaft zu ihren Gunsten verschoben. Arbeitgeberattraktivität ist keine Frage von Benefits mehr – sondern von struktureller Entlastung.
„Ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich nach Hause komme und weiß, ich habe alles gemacht. Ich fühle mich sicher und weniger gestresst."— Helena Löwen, Wohnbereichsleitung, Agaplesion Haus Johannes
„Innovationsbereitschaft ist für mich 2026 das zentrale Kriterium in der Pflege. Wenn eine Einrichtung schon im Internetauftritt eingestaubt wirkt, kommt sie für mich als Arbeitgeber nicht mehr infrage."— Kelly Nguyen, Qualitätsmanagementbeauftragte, Pflegen & Wohnen Hamburg
„Mehr Zeit für den Menschen und ein individuell geplanter Pflegeprozess – das ist mein Wunsch für die digitale Zukunft der Pflege."— Renate Zeisberger, Qualitätsbeauftragte, Vitanas
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Dieser Artikel gibt einen Überblick. Der vollständige Report enthält für jeden Trend konkrete Handlungsempfehlungen, Praxisbeispiele und weiterführende Einschätzungen aus der Branche.
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